Glossareintrag
Seitenkanalangriff
Wallets & SicherheitWie ein Geheimnis über Strom, Zeit oder Abstrahlung statt über Mathematik entweicht, was sichere Chips tun und warum Besitz die Voraussetzung ist.
Definition
Ein Seitenkanalangriff gewinnt ein Geheimnis, indem er misst, was ein Gerät tut, statt die Mathematik zu brechen, mit der es das tut. Stromaufnahme, Zeitverhalten, elektromagnetische Abstrahlung, Geräusch und sogar Temperatur schwanken mit den verarbeiteten Daten, sodass ein Angreifer mit dem Gerät auf der Werkbank eine Operation tausendfach wiederholen und den Schlüssel Bit für Bit erschließen kann. Den Chip absichtlich zu stören — ein Spannungs- oder Taktglitch im richtigen Moment — gehört zur selben Familie, denn das Ziel ist, eine Prüfung auszulassen oder einen Zwischenwert preiszugeben. Deshalb zählt ein Secure Element, und deshalb werden die in Wallets verbauten Chips genau gegen diese Techniken bewertet, mit Gegenmaßnahmen wie zeitkonstanten Operationen, randomisierter Ausführung und internen Sensoren, die bei Manipulation abschalten. Für den Besitzer folgt zweierlei: Der Angriff verlangt physischen Besitz, und kein Chip widersteht ihm auf Dauer.
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