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Glossareintrag

Brain Wallet

wallets

Schlüssel aus einer auswendig gelernten Phrase. Angreifer leiten offline aus Phrasenlisten ab und prüfen Adressen; schwache Phrasen werden geleert.

Definition

Ein Brain Wallet leitet einen privaten Schlüssel aus einer Passphrase ab, die der Besitzer sich merkt, sodass nichts aufgeschrieben oder irgendwo gespeichert werden muss. Der Reiz liegt auf der Hand, der Fehler ist rechnerischer Art. Ein aus einer gewählten Phrase abgeleiteter Schlüssel ist nur so unerratbar wie die Phrase, und ein Angreifer muss sie nicht gegen ein laufendes System erraten: Er kann offline aus riesigen Phrasenlisten Schlüssel ableiten — Liedtexte, religiöse Texte, Zitate, Passwörter aus alten Leaks und mechanische Abwandlungen davon —, jede daraus entstehende Adresse gegen das öffentliche Register prüfen und alles mit Guthaben abräumen. Da Adressen öffentlich sind, geschieht das fortlaufend und im Voraus; ein gefülltes Brain Wallet kann Augenblicke nach der ersten Nutzung leer sein. Von Menschen gewählte Phrasen tragen weit weniger Entropie als das Zufallsmaterial, das eine Wallet erzeugt — deshalb haben generierte Wiederherstellungsphrasen die Technik abgelöst statt verbessert.

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