Glossareintrag
Paper Wallet
walletsSchlüssel oder Seed auf Papier. Offline von Natur aus, aber ohne PIN, ohne zweiten Faktor und ohne sicheres Ausgeben ohne Import.
Definition
Ein Paper Wallet ist ein privater Schlüssel oder der Seed, aus dem Schlüssel abgeleitet werden, auf einem physischen Träger geschrieben oder gedruckt und offline aufbewahrt. Als Idee ist es älter als moderne Hardware-Wallets und war eine vernünftige Antwort auf ein echtes Problem: Material, das nie einen vernetzten Rechner berührt hat, kann von Schadsoftware auf diesem nicht gelesen werden. Seine Schwächen sind praktischer, nicht kryptografischer Natur. Was es erzeugt und gedruckt hat, hat den Schlüssel gesehen; Drucker behalten Kopien im Spool; Papier verbrennt, verblasst und wird von jedem gelesen, der die Schublade öffnet; und zwischen Finden und Ausgeben steht keine PIN, keine Passphrase, kein zweiter Faktor. Der größere Mangel liegt im Ausgeben: Ein Paper Wallet zu nutzen heißt meist, den Schlüssel in Software zu importieren — ab da ist er ein heißer Schlüssel auf einem laufenden Rechner, und die Offline-Eigenschaft ist dauerhaft dahin, selbst wenn nur ein Teil des Guthabens bewegt werden sollte. Steht auf dem Papier stattdessen die Wiederherstellungsphrase einer Wallet, die auf einem separaten Gerät signiert, gilt nichts davon — der Unterschied ist, ob der Schlüssel je in etwas Verbundenes eingegeben wird.
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