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Sicherheitsdossier

Verwahrte und selbstverwahrte Wallets erklärt

Die größte Entscheidung beim Halten von Krypto: Wer kontrolliert die Schlüssel — und was das für Sicherheit und Verantwortung bedeutet.

„Not your keys, not your coins" ist einer der ältesten Sätze in Krypto, und er zielt auf die grundlegendste Entscheidung, die Sie mit jeder Kryptowährung treffen: Wer kontrolliert tatsächlich die privaten Schlüssel, die Ihre Mittel bewegen?

Verwahrte Wallets

Eine verwahrte Wallet ist eine, bei der ein Dritter — typischerweise eine Börse — Ihre privaten Schlüssel hält und Ihre Mittel in Ihrem Namen verwaltet. Sie melden sich mit Benutzername und Passwort an, und die Plattform führt Transaktionen für Sie aus. So begegnen die meisten Menschen Krypto zuerst, weil damit die größte technische Hürde entfällt: Es gibt keine Seed-Phrase zu verlieren, und ein vergessenes Passwort lässt sich meist über den Kundendienst zurücksetzen.

Der Preis dafür ist Gegenparteirisiko. Die Sicherheit Ihrer Mittel hängt jetzt vollständig an der Sicherheitspraxis, der Zahlungsfähigkeit und der Redlichkeit dieses Unternehmens. Wird die Börse gehackt, verwaltet sie Mittel schlecht oder wird sie zahlungsunfähig, kann Ihr Guthaben betroffen sein, ganz gleich was Sie persönlich richtig gemacht haben.

Es gibt auch einen leiseren Preis, und der zeigt sich lange bevor etwas schiefgeht. Ein Verwahrer setzt die Bedingungen des Zugriffs: Verifizierungsstufen, tägliche Auszahlungslimits, Sperrfristen für neue Adressen, Kontoprüfungen, die den Betrieb währenddessen anhalten, und die Möglichkeit, ein Land mit Ankündigung nicht mehr zu bedienen. Nichts davon ist Fehlverhalten — so sieht ein regulierter Intermediär aus — aber es bedeutet, dass „Ihr" Guthaben eine Forderung gegen ein Unternehmen ist und kein Vermögenswert in Ihrer Hand, und der Unterschied wird erst an dem Tag sichtbar, an dem es schnell bewegt werden muss.

Selbstverwahrte Wallets

Eine selbstverwahrte Wallet gibt Ihnen die direkte Kontrolle über Ihre privaten Schlüssel, meist repräsentiert durch eine Seed-Phrase aus 12 oder 24 Wörtern, die Sie — und nur Sie — halten. Kein Unternehmen kann Ihre Mittel in Ihrem Namen einfrieren, beschränken oder verlieren, weil kein Unternehmen an ihrer Verwahrung beteiligt ist.

Diese Kontrolle kommt mit voller Verantwortung. Verlieren Sie Seed-Phrase und Gerät, gibt es kein Passwort-Zurücksetzen und keine Hotline, die Ihre Mittel wiederherstellen kann — sie sind schlicht weg. Selbstverwahrte Wallets verlangen zudem mehr Vorsicht gegenüber Betrug, denn Sie sind faktisch Ihr eigenes Sicherheitsteam.

Hot und Cold, verwahrt und selbstverwahrt

Diese Kategorien überschneiden sich mit Hot und Cold Storage, sind damit aber nicht identisch. Eine selbstverwahrte Software-Wallet auf dem Telefon ist hot (mit dem Internet verbunden), aber weiterhin selbstverwahrt (Sie halten die Schlüssel). Eine Hardware-Wallet ist beides: cold und selbstverwahrt. Verwahrte Börsenkonten sind aus Ihrer Sicht praktisch immer hot, auch wenn die Börse selbst den Großteil ihrer Reserven intern in Cold Storage hält.

Eine Grenze gehört klar benannt, weil Hardware-Wallets oft so verkauft werden, als hebe sie sie auf: Das Gerät schützt den Schlüssel, nicht die Entscheidung. Wenn Sie eine Transaktion bestätigen, die einem bösartigen Vertrag die Erlaubnis erteilt, ein Token zu bewegen, ist die Signatur gültig und das Gerät hat seine Arbeit getan. Selbstverwahrung verschiebt den Fehlerpunkt von der Sicherheit eines Unternehmens auf Ihre eigene Aufmerksamkeit.

Wichtigste Erkenntnis

Was sollten Sie nutzen?

Die meisten erfahrenen Nutzer landen bei einer Mischung: ein verwahrtes Börsenkonto für aktiven Handel und den Wechsel in und aus Fiatwährung, und eine selbstverwahrte Wallet — bei größeren Beträgen idealerweise eine Hardware-Wallet — für langfristige Bestände. Die übliche Faustregel ist einfach: Halten Sie auf einer Börse nur, was Sie aktiv nutzen, und bewegen Sie den Rest dorthin, wo nur Sie die Kontrolle haben. Liegt Ihr Guthaben überwiegend auf der Börsenseite, benotet unser bewertetes Register fünfzehn Handelsplätze danach, wie sie es halten.

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