Glossareintrag
Portfolio-Margin
Handel & MärktePortfolio-Margin bemisst Sicherheiten am Risiko des gesamten Buchs statt jeder Position einzeln. Was sie freisetzt und auf welcher Korrelationsannahme sie ruht.
Definition
Portfolio-Margin ist ein Sicherheitenmodell, das die Anforderung für ein ganzes Konto auf einmal berechnet: Es unterzieht das gesamte Buch einem Stresstest gegen ein Raster hypothetischer Kurs- und Volatilitätsbewegungen und stellt das schlechteste Ergebnis in Rechnung, statt für jede Position eine eigenständige Anforderung zu addieren. Positionen, die einander ausgleichen, sind daher weit günstiger zu halten: eine mit einem Short-Perpetual abgesicherte Long-Spotposition oder ein Spread zwischen zwei korrelierten Kontrakten braucht unter Umständen einen Bruchteil dessen, was dieselben beiden Beine im isolierten oder Cross-Modell verlangen würden. Diese Effizienz ist der ganze Sinn — und zugleich das Risiko. Die Ersparnis existiert nur, weil das Modell annimmt, dass sich beide Beine weiterhin gegenläufig bewegen, und die Momente, die ein portfoliobesichertes Konto zerreißen, sind genau die, in denen diese Annahme bricht: eine Absicherung, deren Korrelation aufbricht, ein Token, das springt, während sein vermeintlicher Stellvertreter stillsteht. Da die Anforderung über alles hinweg gerechnet wird, kann eine einzelne Position auch die Margin unbeteiligter Positionen anheben, und eine Liquidation ist ein Ereignis auf Kontoebene statt auf Positionsebene. Plattformen sichern den Modus meist über ein Eigenkapitalminimum und einen Wissenstest ab und behalten sich vor, ein Konto kurzfristig auf ein einfacheres Modell zurückzusetzen. Lesen Sie das veröffentlichte Risikoraster vor dem Wechsel: Dessen Annahmen sind das, wogegen Sie sich verschulden.
Als Nächstes