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Sicherheitsdossier

Was einen Stablecoin wirklich deckt

Ein Stablecoin ist nur so stabil wie das, was hinter ihm steht. Die drei Bauarten, was eine Attestierung beweist — und was nicht — und die entscheidende Frage.

Ein Stablecoin ist ein Token, der einen stabilen Wert gegenüber einer Referenz halten soll, meist einer Landeswährung. Die Bindung ist keine Eigenschaft des Tokens selbst, sondern eine Behauptung über etwas dahinter. Wer versteht, was dieses Etwas ist, weiß auch, was schiefgehen muss, damit die Bindung bricht.

Die drei Bauarten

Fiat-besicherte Stablecoins werden gegen Reserven in Bargeld und kurzfristigen Instrumenten ausgegeben, die ein Unternehmen hält und gegen die es die Rücknahme in der zugrunde liegenden Währung verspricht. Krypto-besicherte werden gegen volatile, in Smart Contracts gesperrte Krypto geprägt und bewusst überbesichert, damit ein Kursrutsch die Schuld nicht sofort ungedeckt lässt. Algorithmische Designs versuchen, die Bindung über Angebot und Marktanreize statt über Vermögenswerte zu halten — das Modell mit dem geringsten Rückhalt, wenn das Vertrauen geht.

Was Attestierungen beweisen

Reserveberichte sind meist Attestierungen und keine vollständigen Prüfungen: Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigt, was der Emittent zu einem gewählten Stichtag gemeldet hat. Das ist etwas wert und zugleich enger, als es klingt. Über die Tage dazwischen sagt es wenig, und die Zusammensetzung zählt — Bargeld und kurzlaufende Staatsanleihen verhalten sich im Ansturm anders als Commercial Paper oder Kredite an verbundene Unternehmen.

Der eigentliche Test ist die Rücknahme

Entscheidend ist, wer in welcher Größenordnung, in welcher Frist und in welchen Jurisdiktionen zurückgeben darf. Ist die direkte Rücknahme auf eine Handvoll institutioneller Partner beschränkt, hängen alle anderen davon ab, dass diese Partner den Kurs per Arbitrage zurückholen — was funktioniert, bis sie es nicht mehr tun. Ein Stablecoin, der unter seiner Bindung handelt, sagt Ihnen, dass der Markt entweder an den Reserven oder am Weg zu ihnen zweifelt.

Risiken jenseits der Reserven

Die meisten fiat-besicherten Emittenten können Guthaben an bestimmten Adressen einfrieren, aus eigenem Antrieb oder auf behördliche Anordnung. Tokens existieren außerdem als gebrückte Kopien auf anderen Netzwerken, wo nicht mehr der Emittent, sondern die Bridge das Risiko ist. Beides ist offen dokumentiert und gehört ins selbe Bild wie die Deckung.

Wichtigste Erkenntnis

Fazit

Fragen Sie, woraus die Reserven bestehen, wer sie wie prüft, wer zu welchen Bedingungen zurückgeben darf — und behandeln Sie einen Stablecoin als Verbindlichkeit von jemandem, nicht als Bargeld.

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