Glossareintrag
Regulatorischer Reallabor-Rahmen
RegulierungBeaufsichtigter Test mit befristet gelockerten Anforderungen. Die Aufnahme ist überprüfbar und ausdrücklich keine volle Zulassung.
Definition
Ein regulatorisches Reallabor ist ein beaufsichtigtes Programm, in dem ein Unternehmen ein Produkt mit echten Kundinnen und Kunden unter von der Behörde gesetzten Bedingungen erproben darf, wobei einzelne Anforderungen für einen festgelegten Zeitraum gelockert oder aufgeschoben werden. Die Zulassung dazu ist ein echter, bei der Behörde überprüfbarer Status — und keine Lizenz. Sie kommt typischerweise mit einer Obergrenze für die Zahl betreuter Kunden, einer Befristung, Berichtspflichten und Auflagen dazu, wie das Unternehmen den Test beenden muss und was am Ende mit den Kunden geschieht. Der Fehler, zu dem der Begriff einlädt — und den Firmen mitunter befördern —, ist, die Aufnahme als volle Zulassung zu lesen, obwohl gerade die Erleichterungen sie davon unterscheiden. Ob es ein solches Programm gibt, was es lockert und welche Kundenschutzvorgaben weiter gelten, unterscheidet sich nach Rechtsordnung und oft nach Durchgang; zu lesen sind daher die Auflagen der konkreten Zulassung.
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